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Das könnte der Digital Fairness Act für Free-to-Play Games bedeuten


Quelle: pixels.com



Die EU ist in letzter Zeit ausgiebig damit beschäftigt, neue gesetzliche Rahmenbedingungen für den digitalen Raum auszuarbeiten und zu verabschieden.
Eine dieser bevorstehenden Verordnungen könnte einen direkten Einfluss auf das Modell der allseits beliebten Free-to-Play Games bewirken.
Mit dem sogenannten Digital Fairness Act möchte die EU die Rechte der Verbraucher verbessern und Publisher dazu verpflichten, ihre internen Vorgänge transparenter zu gestalten.
Ist dieses Vorhaben nur positiv zu sehen oder könnte sich diese Verordnung negativ auf das bereits bestehende Angebot auswirken?

Seit der Ära des Commodore 64 hat sich viel verändert. Das moderne Gaming findet fast ausschließlich im Internet statt.
Entwicklern und Publishern eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für die Gestaltung von Spielen.
Free-to-Play Games entstanden, setzten sich auf globaler Ebene durch und verzeichnen nun überall auf der Welt eine enorme Fanbase für sich.
Laut dem "Global Games Market Report", welcher durch Newzoo veröffentlicht wurde, konnte die globale Gamingbranche 2024 einen Gesamtumsatz von circa $ 189 Milliarden generieren.
Ganze 70 % dieses Umsatzes entfallen auf das Angebot unterschiedlicher Free-to-Play Games. Diese hohen Zahlen erregten die Aufmerksamkeit der EU-Kommission.
Es wurde eine Analyse von Free-to-Play Modellen durchgeführt. Aus dieser ging hervor, dass circa 38 % der getesteten Games mit den sogenannten "Dark Patterns" arbeiten.
Dark Patterns sind bewusst eingebaute Spielelemente und Designentscheidungen, welche die Spieler dazu verleiten sollen, unüberlegte Kaufentscheidungen zu fällen.

Nachdem diese Studie bekannt wurde, machte Brüssel Druck. Die EU-Kommission möchte dafür sorgen, dass der Verbraucherschutz überall im digitalen Raum an erster Stelle steht.
Auch die Welt des Gamings und die beliebten Free-to-Play Games sind von diesem Vorhaben betroffen.
Mit der geplanten DFA-Verordnung (Digital Fairness Act) könnte sich in Hinsicht auf die gewohnten Free-to-Play Modelle nun eine Menge ändern.

Die besonderen Merkmale moderner Free-to-Play Games


Viele Menschen, welche nicht mit dem Gaming vertraut sind, stellen sich die Frage, was Free-to-Play Games so besonders macht.
Diese Form von Videospiel gilt unter Gamern als einfachste Einstiegsmöglichkeit in die Welt der modernen Spielwelten.

Games wie "Fortnite" bieten sich hier als perfektes Beispiel, denn sie sind völlig kostenlos, bieten eine ansprechende Grafik und können auch sonst mit zahlreichen Triple-A Titeln mithalten.
Jedoch kombinieren Free-to-Play Games den kostenlosen Einstieg mit optionalen Käufen.
Es gibt zum Beispiel Events und Season-Pässe sowie kosmetische Erweiterungen wie Skins für den Spielcharakter.

Das Modell ist für die Publisher wirtschaftlich sehr attraktiv.
Laut offiziellen Daten von PwC stieg der Umsatz, welcher durch den Erwerb von In-Game-Inhalten in der EU erzielt werden konnte, im Jahr 2024 um circa 9 % an.
Gleichzeitig stagnierten die klassischen Games, welche nur eine einmalige Zahlung für den gesamten Inhalt benötigen.

Spieler sehen den freien Zugang zum Spiel als positiv. Gleichzeitig stehen aggressive Monetarisierungssysteme in der Kritik von Gamern.
Diese informieren sich zunehmend darüber, wie digitale Angebote in anderen Branchen strukturiert sind und welche Muster im Hintergrund werkeln.
Sie nutzen Informationsseiten aus dem Segment des iGamings, um herauszufinden,
was beispielsweise als bester Casino Bonus betrachtet wird.
So können sie verstehen, wie Belohnungssysteme funktionieren und welche Mechaniken vergleichbare Designs nutzen.
Derartige Vergleiche zeigen deutlich, dass die Monetarisierung in zahlreichen Branchen unter Beobachtung steht.

Das möchte die EU mit der DFA-Verordnung bewirken


Der DFA befindet sich in diesem Jahr im Gesetzgebungsverfahren.
Verschiedene Elemente, die bislang auf mehrere Richtlinien verteilt sind, sollen nun vereint werden:

1. Das Verbot von manipulativen Designs
2. Mehr Transparenz bei Algorithmen und Mikrotransaktionen
3. Stärkung der Verbraucherrechte

Die ersten Entwürfe der Verordnung orientieren sich sehr stark an Studien europäischer Verbraucherschutzbehörden,
welche bei Testkäufen in Free-to-Play Games eine "systematische Intransparenz" bemerkten.

Das Joint Research Centre der EU führte eine Untersuchung durch, aus welcher hervorgeht, dass mehr als 75 % der Lootbox-Mechaniken von Free-to-Play Games unklare Kostenstrukturen oder Gewinnwahrscheinlichkeiten aufweisen.

Das könnte sich für die Gamer ändern


Für die Gamer könnte der DFA sehr viel mehr Transparenz bedeuten. Unklare Preisangaben,
verschachtelte Nutzungsbedingungen und Kaufoptionen sowie versteckte Abo-Fallen sollen durch die Vorgaben der Verordnung stark reduziert werden.
Die EU verweist auf Umfragen, nach denen 63 % der europäischen Spieler angeben, dass sie Mikrotransaktionen als unübersichtlich empfinden. Eine klare Informationspflicht könnte dieses Problem beheben.

Gleichzeitig könnten Free-to-Play Games in der Zukunft weniger aggressive Mechaniken zur Monetarisierung einsetzen.
Potenziell könnte sich dieser Punkt auf das Spieldesign, Belohnungssysteme und die Balance zwischen zahlenden und nicht zahlenden Spielern auswirken.

Gamer könnten zudem sehr viel besser nachvollziehen, wie ihre Daten genutzt werden, denn der DFA sieht auch Schnittstellen zu Datenschutzstandards und algorithmischer Transparenz vor.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Industrie


Der EU-Markt für Free-to-Play Games wächst seit vielen Jahren stabil an.
Der Digital Fairness Act könnte jedoch Kosten für die Anpassung an die Verordnung erzeugen.
Die EU kalkuliert in ersten Entwürfen damit, dass Publisher mit einer Steigerung von Betriebskosten zwischen 3 % und 8 % rechnen müssen.
Diese sind abhängig von Transparenzpflicht und dem Aufwand der Dokumentationspflichten.

Große Publisher hingegen sehen auch strategische Vorteile.
Wer sich schnell den Vorgaben anpasst, kann Vertrauen bei den Spielern aufbauen und die juristischen Risiken reduzieren.
Vergleichbare Effekte gab es bereits nach Einführung der DSGVO im Jahr 2018, als sich einheitliche Standards positiv auf das Vertrauen der Spieler auswirkten.

Möglicher Wendepunkt für die Spiellandschaft der EU


Der Digital Fairness Act könnte zu einer der wichtigsten Verordnungen für digitale Spiele in Europa werden.
Er zwingt Studios zu mehr Transparenz, reduziert manipulative Muster und Mechaniken und stärkt die Rechte der Gamer.

Für Free-to-Play Publisher bedeutet die Verordnung Anpassungen, für die Nutzer mehr Klarheit und für die Branche insgesamt einen möglichen Strukturwandel.