RUN Ausgabe 6/Juni 1984 S.29

Das "missing link" in der Software ist da. Mit "Software Construction Sets" mausern sich Videospiele zu Computersimulationen.

Wer kennt den Flipperautomaten in den Kneipen nicht? Ihn zu Hause auf dem Bildschirm nach eigenen Vorstellungen zu konstruieren, erfordert einen gewaltigen Programmieraufwand. Ein halbes Jahr brauchte der Amerikaner Bill Budge, um sein erstes Videospiel zu schreiben. Jetzt, mit einem von ihm entwickelten "Software Construction Set" programmiert er dasselbe Spiel in nur sechs Minuten. Bill Budge's "Pinball Construction Set" simuliert Kneipenflipperei. Aber, anstatt mit Hftschwung und den Fingern rechts und links auf den Buttons am Flipperkasten, steuert der Computerspieler seinen Ball mit Joystick durch ein von ihm selbst konstruiertes Feld. Hindernisse kann er rechts am Bildschirmrand aussuchen und einbauen. Er fhrt dazu auf dem Bildschirm mit dem Joystick eine Hand auf die rechte Seite. Dort greift sie ein Zeichen heraus und plaziert es an die gewnschte Stelle.

"Pinball Construction Set" war das erste Programm seiner Art. Heute, ein Jahr spter, sind Software Construction Sets in den USA beliebte Hilfsmittel fr die Konstruktion smtlicher Computerspiele. Als Mittelding zwischen Spiel und Programmierkurs nehmen sie dem Programmieren den Ruch des Geheimnisvollen. Ahnlich den CAD (computer aided design) Sets stellen die Construction Sets standardisierte Teile und Verbindungen zur Verfgung. Sie knnen beliebig miteinander kombiniert werden, so da immer neue Varianten entstehen. jeder "Software Construction Set" enthlt eine Sprache, einen Editor und die Simulation. Die Sprache besteht meist aus einer Reihe von Symbolen. Der Bildschirm ist auch gleichzeitig der Editor. Programmiert wird nicht mit der Tastatur sondern mit Joystick oder Maus. 






