Sherlock war Infocom's 32tes Spiel und wurde von Bob Bates geschrieben.

Ihr Fall, Doctor Watson
von Andreas Lietz

Sherlock Holmes, der berhmteste Detektiv aller Zeiten, hat nur zwei Tage Zeit fr einen Fall, der sein ganzes Knnen erfordert. Im neuen Infocom-Adventure mssen Sie als Doctor Watson helfen.

London 1887. Kurz vor dem fnfzigjhrigen Thronjubilum der Knigin Victoria werden aus dem Tower die berhmten Kronjuwelen gestohlen. Ein Fall fr Sherlock Holmes. Zur Jubilumsfeier in zwei Tagen mssen die Juwelen unbedingt wiederbeschafft werden, da sie die Knigin tragen mu. Wrde der Juwelenraub offenbar werden, wre ein Skandal unabwendbar. Erstaunlicherweise hat der Dieb im Tower ein Versrtsel zurckgelassen, mit dem er Holmes offensichtlich in eine Falle locken will. Doch dieses Rtsel ist die einzige Spur. Deshalb verfllt der Detektiv auf eine geniale Idee: Sein Assistent, Doctor Watson, dessen Rolle vom Spieler am Computer gespielt wird, soll den Fall bearbeiten, wobei er natrlich von Holmes begleitet wird. Da der Juwelendieb die Strategien von Doctor Watson noch nicht kennt, bleiben die Schritte des Detektivpaares fr ihn unberechenbar. Wird es Dr. Watson - mit gelegentlicher Hilfe von Holmes - schaffen, das Rtsel um die verschwundenen Juwelen zu lsen? Es bleiben nur zwei Tage Zeit; die Uhr am oberen Bildschirmrand zhlt unerbittlich weiter.

Sherlock ist das erste Adventure der neuen Infocom-Serie Immortal Legends (unsterbliche Legenden). Wie alle Infocom-Adventures zeigt es nur Text, aber keine Grafiken am Bildschirm. Dafr sind die englischen Beschreibungen sehr detailliert. Auerdem wurden in die 16-Bit-Versionen von Sherlock digitalisierte Gerusche eingebaut, um eine mglichst realistische Atmosphre zu schaffen. So hrt man zum Beispiel zu jeder vollen Stunde der Spielzeit (die wesentlich schneller als die normale Zeit vergeht) den Schlag des berhmten Big Ben.

In der Packung des Adventures befinden sich, wie bei Infocom blich, einige Gimmicks, ohne die sich das Spiel nur schwer oder gar nicht lsen lt. Das wichtigste Utensil bei den Ermittlungen ist die Touristenkarte von London (Stand 1887) auf der die Spielszenen innerhalb der Stadt eingezeichnet sind. Praktischerweise kann man sich nmlich in der Stadt nicht nur zu Fu, sondern auch kostenlos mit der Pferdekutsche fortbewegen - sie steht einem berall nach einem kurzen Pfiff auf der Trillerpfeife zur Verfgung. Eine weitere wichtige Beigabe ist die Zeitung The Thames, in der man sich so manchen Tip fr das Spiel holen kann.

berraschend fr Infocom-Adventures ist eine eingebaute Hilfsfunktion. Nach dem Tippen von HINT erscheint eine Liste mit den Orten auf dem Bildschirm, die im Spiel wichtig sind. Mit dem Cursor fhrt man einen dieser Orte an, um dann eine Liste mit Fragen zu erhalten, die an diesem Ort auftreten knnen. Nach dem Anwhlen einer Frage erscheint ein Hinweis dazu. Die Antworten auf die Fragen sind stufenweise aufgebaut, sie gehen also vom Allgemeinen ins Spezielle. Sieht man sich zum Beispiel die Antworten auf die Verse des Rtsels an, so wird zuerst nur ein vager Hinweis, bei weiterem Druck auf Return aber schlielich die gesuchte Person bekanntgegeben. Auf diese Weise kann man sich von einem Tip auf die richtige Fhrte bringen lassen, ohne gleich die Lsung eines Problems vorgesetzt zu bekommen.

Insgesamt ist Sherlock also wieder ein Clou fr alle Fans der englischen Textadventures. Auch wer nicht perfekt Englisch kann, drfte zurechtkommen, da es nur wenige Wortspiele gibt. Die Hilfsfunktion auf dem Bildschirm ist zwar sehr praktisch, verfhrt aber manchmal dazu, nicht so lange ber ein Problem nachzudenken, wie man es ohne die Hilfe tun wrde. Bisher war die fehlende Hilfe-Funktion eher ein an Infocom-Adventures geschtzter Punkt. Trotzdem, spannend und interessant ist Sherlock auf jeden Fall.

Spielidee 10 von 15 
Grafik --- 
Sound 7 von 15 
Schwierigkeit 11 von 15 
Motivation 13 von 15 

