Gunship
=======
 

Das Spiel
---------
Die Kampfstiefel geschnrt, den Helm auf und rein in den Hubschrauber. Eine 
gefhrliche Mission nach der anderen wartet in Gunship auf Sie ...

In 30 Fu Hhe umkreise ich gerade mit geladener 30-mm-Bordkanone einen Bunker, 
da passiert's: Mein Bordcomputer meldet mir den Anflug einer infrarotgelenkten 
Rakete. Gerade will ich einen Kder abwerfen, schon schlgt sie wie eine zornige 
Hornisse ins Hinterteil meines Heli ein. Hit by enemy missile, vessel 
destroyed erscheint lapidar auf dem Bildschirm, gefolgt von der Meldung, da 
meine career as a Pilot leider gerade den Bach runtergegangen sei.

 

Libelle des Todes
-----------------
So oder hnlich beginnt wohl jeder Pilot bei der Kampfhubschrauber-Simulation 
Gunship von Microprose. Aber zuerst darf ich mich mal vorstellen: Mein Name 
ist Colonel Dr. P.; Pilot an Bord des derzeit modernsten Kampfhubschraubers der 
Welt, des Apache. Er verfgt ber vier Waffensysteme gegen Luft- und Landziele 
sowie ein modernes Abwehrsystem. Kein Wunder, immerhin kostet ein einziger 
Helikopter eine ganz hbsche Summe in Millionenhhe. Na ja, wie jede Karriere in 
der US-Armee begann auch meine ganz unten, nmlich als Sergeant auf einem 
bungsplatz, wo man erst einmal mit dem Heli umzugehen lernt und mit 
bungsmunition herumballert. Ich kann euch sagen, es ist gar nicht so einfach, 
dieses Vehikel in der Luft zu halten, geschweige denn, damit zu fliegen. 
Trotzdem war mein Vorgesetzter mit mir zufrieden, und ich wurde zur Belohnung 
gleich in Sdostasien eingesetzt, wo ich genug Gelegenheit hatte, meine 
Waffensysteme zu testen. Die erste schwierigere Mission erhielt ich einige Zeit 
spter: Eine befreundete Luftlandetruppe sollte hinter feindlichen Linien 
landen, und ich mute nun das Gebiet von feindlichem Gert subern  auf gut 
deutsch: alles kaputtballern, was mir vor meine Kanone kommt. Ich belud meinen 
Apache mit Hellfires gegen gepanzerte Bodenziele, zwei Sidwinders gegen 
feindliche Hubschrauber und 1.200 Schu Munition fr meine Bordkanone. 
Angekommen, gelang es mir gleich, ein feindliches Hauptquartier niederzubrennen. 
Leider bemerkte ich nicht die Flugabwehrkanone, die auch gleich das Feuer auf 
mich erffnete. Tiefer, scho es mir durch den Kopf, aber es war schon zu 
spt. Zwar ging mein Heli tiefer, aber leider sehr unkontrolliert und vor 
allem blitzschnell. Die Flak hatte mir nmlich einen der beiden Motoren und den 
Hauptrotor weggeschossen. Glcklicherweise berlebte ich und konnte mich in die 
Nhe eines befreundeten Bunkers retten. Nicht auszudenken, wenn die mich 
gekriegt htten ... Mein Chef war ber den Verlust des Hubis weniger erfreut, 
und so war erst einmal Kartoffeln schlen angesagt (Gott sei Dank kein 
Latrinendienst). Doch wie es mit negativen Erfahrungen so ist, es kamen auch 
bald erste positive: Meine erste wichtige Auszeichnung, die Silver Star-
Medaille erhielt ich im Nahen Osten. Solche Auszeichnungen werden Piloten fr 
ganz besondere Leistungen innerhalb eines Auftrags verliehen. So gibt es 
Medaillen fr Tapferkeit oder fr besonders gute Kameradschaft.

Im Nahen Osten sollte ich ein fr den Feind strategisch wichtiges Nachschubdepot 
zerstren. Das ist ja leicht; nur ein einziges Ziel, dachte ich mir. Der Flug 
zum Missionsziel verlief auch ganz ruhig. Das Depot befand sich in zwei 
Kilometern Entfernung genau auf meiner Schulinie; leider noch zu weit fr meine 
Bordkanone. Hellfir-Raketen kann man leider nicht fr solche Ziele einsetzen, 
die knnen nur schwergepanzerte Ziele zerstren. Auf 500 m herangekommen, scho 
ich, was die Bordkanone hergab. Pltzlich signalisierte mir mein Bordcomputer 
das Nherkommen einer Hind, das ist das feindliche Gegenstck des Apache. Um 
den aus dem Luftraum zu befrdern, mute ich viel hher aufsteigen. Leider 
konnte mich dadurch der Radar eines feindlichen Raketenwerfers erfassen. Der 
machte seinem Namen dann auch alle Ehre und warf mit Raketen nur so um sich. 
Zwei davon trafen mich, eine weitere konnte ich mit einer sehr heien Fackel, 
einer Flare, kdern. Zuvor war es mir gelungen, das Depot zu zerstren. Die 
Hind trickste ich mit einer Sidewinder-Rakete aus, und schwer beschdigt 
erreichte ich mit nur noch einem Triebwerk und defektem Heckrotor die 
Heimatbasis.

Nach diesem beraus erfolgreichen Luftfeldzug wurde ich zum Major befrdert. 
Whrend die Anfnger noch regulre Missionen fliegen, in denen der 
Schwierigkeitsgrad sehr niedrig ist, betraute man mich mit Auftrgen von hherem 
Risiko. Ich flog in die verschiedensten Gebiete der Erde; zum Beispiel in 
Vietnam oder in Westeuropa, nahm ab und zu eine mehr oder weniger heikle 
Spezial-Freiwilligenmission in gefhrliche Gebiete an und erhielt zur Belohnung 
einige Medaillen. Das alles brachte mir die Befrderung zum Colonel  dem 
hchsten Fliegerrang. Ich bekam sogar fr besondere Tapferkeit die 
Distinguished Service Cross-Medaille verliehen. Mein Chef kam auf mich zu: 
Ich brauche einen Freiwilligen .... Wie oft hatte ich das schon gehrt; solche 
Missionen rauben einem den letzten Nerv, auerdem geht hufig der eine oder 
andere Helikopter gnzlich verloren. Es wird schon schiefgehen, dachte ich mir 
und nahm trotzdem an. Ich sollte in Westeuropa, einem der heikelsten Gebiete, 
ein gesamtes Panzerbataillon zerstren. Mit nur einem Hubschrauber! Gegen die 
modernsten Panzer des Feindes belud ich den Apache mit 16 Hellfire-Raketen und 
zustzlichem Futter fr die Bordkanone. Gegen Mitternacht startete ich ... In 50 
Fu Hhe, geschtzt gegen Radarabtaster, alle Strer eingeschaltet, kroch ich 
meinem Ziel entgegen. Target ... den ersten Panzer hatte mein automatisches 
IHADDS-Zielerfassungssystem im Visier. Mit einer Hellfire machte ich kurzen 
Proze. Leider gab der Feind Alarmstufe ROT, und gleich darauf tastete mich 
der Radarstrahl eines Raketenwerfers ab. Geistesgegenwrtig warf ich einen Kder 
ab. Mit einer weiteren Hellfire zerstrte ich noch einen Panzer. Die Aktion war 
allerdings so geruschvoll, da mich eine Flak bemerkte. Ein trockener Schu, 
und aus war's mit meiner Zieloptik. Mit nur noch knapp der Hlfte meiner Raketen 
scho ich aus Leibeskrften zurck. Wenn nur nicht das Malheur mit den 
Treibstofftanks passiert wre: Die Flak ballerte mir zunchst den linken Motor 
in Stcke und durchsiebte danach zu allem berflu meinen Kerosintank. 
Wenigstens hatte ich meine Mission erfllt. Nur der Heimweg  mit schwindendem 
Treibstoffvorrat  stand mir noch bevor. Eine kleine Infanterie-Einheit wollte 
mir zwar noch ein paar Steine in den Weg legen, aber mit denen hatte ich kaum 
mehr Probleme (nachts sind die so gut wie blind). Mit kleinen Verletzungen, 
einem Wrack an Fluggert, aber mit Ruhm bekleckert landete ich auf einer 
befreundeten Basis. Ziel erreicht! Nach diesen Strapazen berreichte man mir die 
Congressional Medal of Honor, Amerikas hchste Auszeichnung fr besondere 
Verdienste zur Wahrung des Friedens und der Freiheit usw. Wie's weiterging? Tja, 
im Moment mache ich Urlaub auf Teneriffa, natrlich auf Kosten der Air Force.

 

Tips zum Spiel
--------------
* Zunchst mssen Sie auf dem bungsfeld lernen, mit der Steuerung umzugehen, 
bis Sie das Gefhl haben, den Hubschrauber sicher zu beherrschen.

* Bei Gunship kommt es auf taktisches Geschick an, reines Herumballern fhrt 
selten zum Erfolg. Vor jeder Mission gut berlegen, welche Waffen man fr welche 
Ziele einsetzen will.

* Den Easy Flight-Modus nach Mglichkeit nicht anwhlen, denn hier lernt man 
nicht, wie man mit dem Hubschrauber umgeht!

* Niemals krankmelden CALL SICK: Man erhlt einen Eintrag in der Personalakte, 
der zuknftige Befrderungen erschwert.

* Tips zu den hohen Auszeichnungen: Die DSC-Medaille gibt es ab 4.000 Punkten in 
einer Mission, die CMOH ab 5.000 Punkten. Um die CMOH zu erreichen, mu man 
Schwierigkeitsgrad ULTIMATE eingestellt haben. Am leichtesten fliegt es sich 
dann nachts im Mittleren Osten. 

 


(Mini-Longplay aus dem 64'er-Sonderheft Top-Spiele 5; Autor: Oliver Pott)
